Bildungsangebot – Sehen und gesehen werden

Jüdisches Leben in Deutschland verstehen

Das Projekt möchte Jugendliche ab 14 Jahren für die Vielfalt und Realität jüdischen Lebens in Sachsen sensibilisieren. Angesichts des besorgniserregenden Anstiegs antisemitischer Vorfälle und einer oft mangelnden Kenntnis über Identitäten, Traditionen und Perspektiven deutscher Jüdinnen und Juden, ist es unser Ziel, durch interkulturelle Begegnung und aktiven Austausch, Vorurteile abzubauen und ein Klima des gegenseitigen Respekts und Verständnisses zu fördern.

Die Projektziele

•⁠  ⁠Sensibilisierung für die Vielfalt jüdischen Lebens

•⁠  ⁠Stärkung des interkulturellen Dialogs

•⁠  ⁠Abbau von Antisemitismus und Vorurteilen durch direkte Begegnung

•⁠  ⁠Ermöglichung von kreativem Engagement und vertiefende Bildung

Das Kernvorhaben ist interkulturelle Begegnung

Eine Gruppe junger Leute macht (zusammen mit einem Team erfahrener Profis) einen Dokumentarfilm über jüdische Identität(en) in Sachsen. Grundlage dafür sind Interviews mit jüdischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Alters, durchgeführt von den jungen Teilnehmer*innen. So können die Jugendlichen ihre eigene Perspektive einbringen und ein tieferes Verständnis entwickeln. Während sie die grundlegenden Filmtechniken erlernen, nehmen sie auch an einem Workshop zu jüdischer Geschichte und Kultur teil. Da die  Interviews einen wichtigen Teil des Projekts ausmachen, sollte ausreichend Hintergrundmaterial gesammelt werden, um Fragen stellen zu können und die Antworten richtig interpretieren zu können. Aus diesem Grund wird das Team durch junge jüdische Mentor*innen verstärkt, die durch ihre persönliche Erfahrung eine zusätzliche, authentische jüdische Vielfalt vermitteln. 

Die Zielgruppe sind Jugendliche

Die Initiative eignet sich für Projektwochen in Schulen, sowie regelmäßige Workshops in Jugendzentren oder anderen Jugendeinrichtungen. Für andere Strukturen oder Realitäten (Alter, Vorwissen, Gruppengröße etc.) lässt sich das Projekt anpassen.

Das Ergebnis kommt ins Kino

Der fertige Dokumentarfilm wird online frei zugänglich sein und kann so auch andere junge Menschen erreichen. Gleichzeitig bietet das Projekt eine Plattform für jüdische Menschen, ihre Erfahrungen und Identitäten sichtbar zu machen und trägt so zu einem differenzierten Bild des jüdischen Lebens bei.

Wer wir sind

Unser Verein hat sich, wie der Name schon sagt, neuen Ansätzen gegen Antisemitismus durch Begegnung und Kreativität verschrieben. Mit „Sehen und gesehen werden” möchten wir verschiedene Gruppen sächsischer Jugendlicher (und ihren Freund*innen und Familien) helfen, Toleranz und Verständnis für das jüdische Leben und die jüdische Kultur zu entwickeln.

Das Team hat Erfahrung

Nils Brabandt, Matthias Barthel und Avery Gosfield haben gemeinsam in den unterschiedlichsten Bereichen gearbeitet: als Musiker, Grafiker, Publizist, Journalist, Lehrer, Jugendprojektleiter und in praktisch allen Bereichen des Filmemachens und der digitalen Medien – um nur einige zu nennen. Im Jahr 2021 produzierten sie, mit Mitteln der Beauftragten für jüdisches Leben in Sachsen, ihren ersten Film: „Yiddishland – Jüdisch sein im 21. Jahrhundert”, mit vier in Berlin tätigen Kulturschaffenden, begleitet von Interviews mit den Teilnehmer*innen – Sasha Lurje, Sanne Möricke, Yeva Lapsker und Craig Judelman – über ihre persönliche Geschichte und ihre Beziehung zum Judentum. 

Es folgte eine dreiteilige Filmreihe, die mit Fördermitteln der Kulturgemeinschaften produziert wurde: „Ein Fest für Alle – Jüdisches Selbstverständnis“ mit Interviews und Auftritten einiger der führenden Figuren der heutigen jüdischen Kunstszene, „Stille Schatten – Antisemitismus als Teil jüdischer Identität“ über Mikro- und Makroaggressionen im Laufe der Geschichte und „Druzi – Klezmer im Exil“ über ukrainische Künstler*innen, die in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg die jüdischen Musiktraditionen liebevoll am Leben erhalten haben.

Kurzvorstellung des Teams

Avery Gosfield:

Musikerin, Kulturorganisatorin, seit 1991 Leiterin der multikulturellen Gruppe für Alte Musik „Lucidarium“. Autorin, hält regelmäßig Vorträge über jüdische Musik und Geschichte auf akademischem und populärwissenschaftlichem Niveau. Ehemalige Musik- und Schullehrerin, Direktorin der Jüdischen Woche Dresden (2020–2022), seit 2023 Direktorin der Jüdischen Kulturtage „Lebendige Erinnerung“.

Matthias Barthel:

Filmemacher und Festival-Organisator: nach dem Studium der Medientechnik rückte vorerst die Liebe zur Musik ins Zentrum seines Tuns – Arbeit als Booker eines Live-Clubs, als Bassist einer Rockband, als Grafiker und technischer Leiter der Jazztage Dresden, als Macher des Dresdner Drum & Bass Festivals. Seit 2010 zunehmender Fokus auf Videoproduktionen im Bereich Kultur, Reise und Events. Zehnjährige Erfahrung in der Medienarbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Nils Brabandt:

Politikwissenschaftler und Journalist, selbstständig, 15 Jahre Erfahrung in kultureller Bildungsarbeit sowie kreativen Umgang mit Text, Bild und Video. Projektauswahl: Organisationsteam des Festivals Jüdische Woche Dresden (2012-2023), Jugendgeschichtstage in Sachsen (4 Teilnahmen und 2x 1. Platz mit Jugendgruppen), Medienarbeit mit Jugendlichen.